Thermoöl

Thermoöl / Thermalöl

Die Wahl des geeigneten Wärmeträgers ist für eine Industrieanlage entscheidend. Vieles spricht für Thermoöle (auch Thermalöle oder Wärmeträgeröle genannt), die in Anlagen als Heiz- oder Kühlmedien zum Einsatz kommen. Hinsichtlich ihrer chemischen Zusammensetzung, ihrer Viskosität, Entflammbarkeit, ihrer Erstarrungs- und Siedepunkte gibt es große Unterschiede. Das gilt auch für die Herkunft der Thermalöle. Unterscheiden lassen sie sich grob in Mineralöle, Synthetiköle, biologische Öle und aromatische Kohlenwasserstoffe.

Vorteil: Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Thermalöle als Wärmeträger in Thermoölanlagen überzeugen und in den unterschiedlichsten Einsatzbereichen Verwendung finden. Sie benötigen beispielsweise keinen Druck, um sehr hohe Temperaturen zu erreichen, sie oxidieren nicht in den Rohren und sind vergleichsweise kostengünstig. Die Wärmekapazität hängt stark vom jeweiligen Öl ab.

Die Eigenschaften von Thermoöl

Thermoöle weisen je nach Einsatzbereich unterschiedliche Eigenschaften auf. Ein Vorteil dieser Öle gegenüber Wasser und Wasserkampf ist, dass sie auch bei Temperaturen von mehr als 200 °C als Leitmedien geeignet sind. Bis zu einer Temperatur von etwa 400 °C können sie als Wärmeträger fungieren. In einem Temperaturbereich bis maximal 300 °C genügt es meist, auf vergleichsweise günstige Mineralöle zurückzugreifen. Übersteigt die Temperatur diese Marke deutlich, bietet sich hingegen der Einsatz von Synthetikölen an, da sie eine höhere Temperaturbeständigkeit aufweisen und somit länger verwendet werden können. Im Gegensatz zu Wasser muss Wärmeträgeröl nicht bei Überdruck eingesetzt werden. Für Anlagen bedeutet das den Vorteil einer geringeren Belastung. Weitere nützliche Eigenschaften dieser Öle sind ihre Oxidationsbeständigkeit und ihre gute Wärmeleitfähigkeit.

Die Wärmekapazität von Thermoöl

Bei Thermalölen spielen viele Faktoren eine Rolle, von denen eine oftmals wenig Beachtung erhält: die spezifische Wärmekapazität. Sie beschreibt die Wärmemenge, die benötigt wird, um die Temperatur eines Stoffs, in diesem Fall des Thermoöls, um einen bestimmten Betrag zu verändern. Die spezifische Wärmekapazität ist, genauso wie die Kühlleistung, proportional zur spezifischen Wärme eines Thermoöls, während sowohl der Flüssigkeitswiderstand als auch der Wärmewiderstand von der Viskosität beziehungsweise der Wärmeleitfähigkeit abhängen. Die spezifische Wärmekapazität unterscheidet sich nicht nur von Öl zu Öl, sondern hängt auch stark von der Temperatur ab. Daher ist es wichtig, die genaue Wärmekapazität für den für die Anwendung erforderlichen Temperaturbereich zu kennen, über den die Hersteller in Form einschlägiger Tabellen informieren.

Einsatzbereiche

Eine entscheidende Rolle kommt Wärmetrageröl als Medium für die Wärmeübertragung in Heizsystemen, aber auch in kombinierten Heiz-Kühlsystemen zu. Was für Thermoöle spricht ist, dass sie bei Temperaturen über 300 °C stabil bleiben und somit für eine optimale Wärmeübertragung sorgen. Thermalöle kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn ein direktes Beheizen unmöglich ist, was oftmals bei gefährlichen oder besonders empfindlichen Stoffen wie z.B. Kunstharz der Fall ist. In folgenden Bereichen sind sie kaum wegzudenken:

  • Kunstharzherstellung
  • Abwärmerückgewinnung
  • Papierindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Kunststoffindustrie
  • Zementindustrie

Thermoölanlagen

Bei Heizanlagen, die mithilfe von Thermoöl betrieben werden, handelt es sich grundsätzlich um geschlossene Systeme. Das Expansionsgefäß ist klar vom Außenbereich getrennt, wobei beispielsweise Stickstoff als Inertgas eingesetzt wird. Da kein Dampfkessel erforderlich ist, kommt eine Thermoölanlage ohne Wasseraufbereitung und damit auch ohne korrodierte Rohre aus. Daher zeichnet sich eine solche Anlage durch sehr überschaubare Investitions- und Wartungskosten aus. Im Vergleich zu einer Wasser- oder Dampfanlage können Thermoölanlagen Wärme in einer großen Temperaturspanne praktisch drucklos bereitstellen. Ins Gewicht fällt dabei lediglich der durch eine Umwälzpumpe hervorgerufene Druck.

Synonyme für Thermoöl

  • Thermalöl
  • Wärmeträgeröl
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