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Wir bilden aus

Silikonfreiheit

Qualitätsoffensive bei PURPLAN: Aktion gegen Störsubstanzen in Lackrohstoffen

 

PURPLAN leistet komplexen Anlagenbau für Unternehmen, die Kunstharze, Lacke und andere Beschichtungen herstellen. Dazu zählen auch Lackierbetriebe oder deren Kooperationspartner.
Bei diesen Kunden kommt es vor, dass trotz größter Sorgfalt Oberflächenstörungen in den Lackfilmen den Endanwendern in der Lackiererei das Leben schwer machen. Ursache dafür sind oft die vielfältigen Möglichkeiten in der langen Kooperationskette vor der Lackiererei, die Materialien mit Störsubstanzen zu kontaminieren.
PURPLAN bietet seinen Kunden in diesem Bereich durch akkurate Ingenieursplanung und ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem die Sicherheit, dass alles getan wird, um solche Störsubstanzen nicht mit von uns gelieferten Anlagen oder Anlagenkomponenten in den Fertigungsprozess einzutragen. So konnten wir bisher ohne jede Reklamation in diesem schwierigen Bereich tätig sein. Doch wir wollen uns ständig weiter entwickeln: Deshalb pflegen wir einen dauerhaften und für beide Seiten nützlichen Kontakt mit unseren Kunden.

Was stört nun?


Höhermolekulare Polydimethylsiloxane (PDMS, vereinfacht oft nur als "Silikone" bezeichnet) , aber auch Abrieb von Kunststoffen (z. B. Polyethylen, Polytetrafluorethylen) und hochmolekulare Polyglykole können schon bei der geringsten Kontamination zu schweren Oberflächenstörungen bei der Anwendung im Lackierbetrieb führen. Vernetzte Silikone (z.B. Silikonkautschuk) sind an sich ungefährlich. Die meisten Silikonkautschuk-Produkte enthalten aber als Weichmacher reichlich hochmolekulare Silikonöle. Solche Substanzen sind hoch lackunverträglich und erzeugen Oberflächenstörungen in Lackfilmen (Krater).


Die Verbreitung insbesondere von höhermolekularen Polydimethylsiloxanen in unserer Arbeits- und Lebensumwelt ist kaum zu überblicken. Sie finden sich in oder an: 

  • Schmierstoffen
  • Gleitmitteln
  • Tiefziehmitteln
  • Pflegemitteln aller Art
  • Rostschutzimprägnierungen
  • Hautpflegemitteln
  • Reinigungsmitteln
  • Sprays aller Art
  • Dichtringen von Gleitringdichtungen
  • Nähfäden von Filtermaterialien
  • Dichtungen
  • O-Ringen
  • Dichtungsmassen
  • Schmierstoffen in Armaturen, wie Kugelhähne, Ventile u.a.m.
  • Sperrdruckflüssigkeit von Gleitringdichtungen etwa in Pumpen, Rührwerken, etc.
  • Schläuchen
  • Behältermaterialen von Blech- und Kunststoffemballagen
  • Schmierstoffen in Kamlockhähnen von IBC
  • Schraubverschlüssen von Probeflaschen sowie durch
  • Störungen aus Behältervorbelegungen, trotz Reinigung nach üblichem Verfahren

 

In vielen Fällen sind die höhermolekularen Polydimethylsiloxane nur eine kleine Beimischung um bestimmte Effekte zu erzielen. Diese werden leider oft nicht einmal als Inhaltsstoff deklariert.
Deshalb sind wir sehr daran interessiert, von Ihnen weitere Informationen über Produkte zu erhalten, die eventuell solche Störsubstanzen enthalten könnten und pflegen einen intensiven Erfahrungsaustausch mit verschiedensten Unternehmen. In der Lackindustrie und deren Zulieferkette wird ständig an dem Problem gearbeitet. So ist durchaus damit zu rechnen, dass weitere Störsubstanzen erkannt werden.

 

Störsubstanzen in der Praxis


Wie kritisch auch sehr kleine Mengen von Verunreinigungen wirken können, zeigen zwei Fällen aus Lackierbetrieben: Bei einem Kühlschranklack waren immer wieder Krater entstanden. Wenn der kraternde Lack im Labor appliziert wurde, war alles in Ordnung. Über Jahre konnte man das Problem nicht lösen. Schließlich fand ein Mitarbeiter heraus, dass Krater nur auftraten, wenn der Wind aus Südosten wehte. Etwa 400 m von der Lackiererei entfernt fand man schließlich eine Werkstatt, in der bei Wartungsarbeiten ein Silikonspray eingesetzt wurde. Die Tröpfchen flogen 400 m weiter und kontaminierten die frisch lackierten Oberflächen.

In einem anderen Fall kam die Störung in einer Lackfabrik aus einer Pressluftleitung, wo eine defekte Stopfbuchse eines Ventils ca. 15 m entfernt von einem Lackbehälter feine Öltröpfchen in die Luft pustete. Die Folgen traten zwei Wochen später im Lackierbetrieb in Erscheinung, als dort die alte, noch nicht kontaminierte Lackcharge aufgebraucht war und die neue Charge verwendet wurde.


Über Rohstoffe, Anlagenkomponenten und Hilfsstoffe in der Kooperationskette eingeschleppte Kontaminationen haben ähnliche Effekte, hinzu kommen viele weitere Möglichkeiten. Damit wird deutlich, dass die Vermeidung solcher Kontaminationen nicht ganz einfach ist und ohne die Mitwirkung unserer Lieferanten nicht möglich ist. Wie sind also Lackkrater am Ende der Lieferkette vermeidbar? Die folgende Übersicht nennt die wichtigsten Maßnahmen:

  • Ausschließliche Verwendung von Schmierstoffen für alle Anlagenteile, die in Lackprodukten keine Krater hervorrufen.
  • Bei neuen und veränderten Anlagen ist eine Reinigung aller Anlagenteile mit einem geeigneten Reinigungsmittel zwingend notwendig.
  • Verschleppung von Substanzen bei Nutzung einer Anlage oder eines Anlagenteils für mehrere Produkte muss durch sorgfältige Reinigung vermieden werden.
  • Sicherheitshalber sollten im gesamten Betriebsbereich nur Hautpflegemittel ausgegeben werden, von denen keine Gefahren ausgehen können
  • Sicherstellen, dass Emballagen durch Schmierstoffe auf Dichtungen oder durch an den Blechoberflächen verbliebenen Zieh- oder Trennmitteln nicht zum Risiko werden.
  • Wenn Produkte filtriert werden müssen, sicherstellen, dass nicht über Filtermaterialien und – hilfsmittel Kontaminationen erfolgen können.
  • Jeder Umfüllprozess birgt die Gefahr einer Kontamination. Die Umfüllprozesse für Rohstoffe und Halbfabrikate sollten deshalb auf das Minimum reduziert werden.

 

Das PURPLAN-Konzept

 

Die PURPLAN GmbH wendet zur Vermeidung der Kontamination seiner Produkte ein ganzheitliches Konzept an:

  • Planvoller Ausschluss von Störsubstanzen
  • Systematische Prävention im Zweifelsfalle
  • Erfahrungsaustausch mit Kunden und Lieferanten
  • Den Lieferanten die Anforderungen bekannt machen
  • Relevante Abläufe im Unternehmen klar regeln
  • Mitarbeiter durch Schulung sensibilisieren

Die PURPLAN GmbH hat aus dem Unternehmen einschließlich der Montagebaustellen höhermolekulare Polydimethylsiloxane und potentiell verdächtige Materialien verbannt. Bei uns werden alle Prozesse ständig sehr aufmerksam beobachtet, um sicher zu stellen, dass keine Kontamination unserer Lieferungen an die Lackindustrie und deren Kooperationspartner mit Lackstörsubstanzen erfolgt. Mit der regelmäßigen Schulung aller Mitarbeiter, die das Funktionieren des Systems beeinflussen, und der Auswertung relevanter Vorkommnisse in der Branche erzeugen wir Verständnis und aufmerksame Mitwirkung. Der Erfolg gibt uns Recht: Bisher konnten wir ohne jede Reklamationen in diesem schwierigen Bereich arbeiten.


Dennoch sind wir auf ihre Hilfe angewiesen: Denn sie kennen ihre Produktionsprozesse und mögliche Kontaminierungsquellen am besten. Und auch wir bieten ihnen unsere Hilfe an: Unsere Fachleute stehen ihnen bei einer Analyse potentieller Störquellen und einer Adaption der Ergebnisse in ihren Qualitätsmanagementprozess gern beratend zur Seite.